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WiSe 2020/ 21

Seminar im Fachbereich Fundamentaltheologie
- pandemiebedingt in digitaler Durchführung -

Der Gott des Christentums - der Gott des Islam
Wechselseitige Wahrnehmungen einer anderen Religion

Die sukzessiv fast den ganzen Mittelmeerraum erfassende arabische Expansion des 7.-9. Jahrhunderts brachte Kirchen östlicher wie westlicher Tradition in unmittelbaren Kontakt mit dem Islam. Beginnend im Osten setzte rasch eine christliche Auseinandersetzung mit der neuen Religion und umgekehrt eine solche des Islam mit dem Christentum ein. Hinter einer zuweilen eingesetzten Polemik werden wechselseitige Wahrnehmungen greifbar, die in einen Diskurs um „wahre Religion” eingeflossen sind bzw. zur Verteidigung der je eigenen Lehren fruchtbar gemacht wurden. Damit stellt sich die Frage, inwieweit die Sicht von der jeweils anderen Religion zutrifft oder zur Quelle von Feindbildern geworden ist.
In jüngster Zeit drängt das Faktum religiöser Pluralität auf neue Formen des Umgangs von Gläubigen verschiedener Religionen miteinander. Angestrebt ist die Gestaltung eines Miteinanders insbesondere von Christen und Muslimen in denselben Staaten bzw. Gesellschaften. Dabei gewann „interreligiöser Dialog” an Boden, der einem vertieften Verständnis von Christentum und Islam Raum geben soll. Ein Einblick in Themen und Methoden des modernen christlich-islamischen Dialogs zeigt Chancen, aber auch Grenzen im wechselvollen Verhältnis beider Religionen auf.

SoSe 2020

Vorlesung und Proseminar (Lehrstuhlvertretung Prof. Dr. Klaus Unterburger)
- pandemiebedingt in digitaler Durchführung -

Missionierung, Christinanisierung, Glaubensspaltung. Kirchengeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit

Das Christentum hat im Mittelalter neue Räume erobert, dabei aber religionsgeschichtlich keine leeren Felder betreten. Vielmehr ist die Geschichte von Mission und Ausbreitung des Christentums ein komplexer religionsgeschichtlicher Prozess der Verdrängung, Verschmelzung und Inkulturation. Zugleich gewann die Frage nach der authentischen Form der Nachfolge Jesu, nach genuiner christlicher Identität und nach dem eigenen Heil eine immer drängendere Bedeutung. Die Dynamik dieser Entwicklungen lag nicht nur der europäischen Expansion seit dem Mittelalter zugrunde, sondern mündete auch in die konfessionellen Streitigkeiten des 16. Jahrhunderts ein. Anhand eines konkreten Themenfeldes will die Vorlesung zugleich eine Einführung in Themen und Methoden der Kirchengeschichte. Immer wieder wird auch die Entwicklung des östlichen Christentums mit in den Blick genommen. Die Veranstaltung kombiniert einen Vorlesungsteil und einen Seminarteil, der in die Quellen und die Methoden des Fachs einführt.

WS 2019/ 20

Seminar theologische Fakultät

Auf dem Weg zur einen Kirche - Konfessionen des Westens und Ostens im ökumenischen Dialog

Die meisten der heute bestehenden christlichen Konfessionen bekennen sich im Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel zur einen Kirche. Diesem Bekenntnis steht die Realität voneinander getrennter Konfessionen gegenüber. Lange Zeit schien die Spaltung zwischen ihnen als unüberwindbar. Im 20. Jh. wollte man sich nicht länger mit einem mehr oder weniger friedlichen Nebeneinander der Kirchen und Konfessionen abfinden, sondern begann eine intensive Suche nach Miteinander und nach Einheit. Dazu ist ein Weg konfessioneller Annäherung beschritten worden. Sein Ziel ist, Spaltung durch ökumenischen Dialog letztendlich zu überwinden.

Das Seminar möchte zunächst mit den wichtigsten Kirchenfamilien des Ostens und Westens bekannt machen. Dazu sollen die historischen Umstände, die Gründe für den Dissens und für den Beginn des jeweiligen Eigenweges an ausgewählten Beispielen aufgezeigt werden. Vor diesem Hintergrund können in einem zweiten Teil des Seminars die bisherigen Bemühungen erfasst werden, in ökumenischen Dialog Brücken zu bauen, um zur kirchlichen Einheit zurückzufinden. Dabei gibt es Erfolge und Rückschläge; beides git es zu analysieren und zu hinterfragen, um „ökumenischen Dialog“ aus einer zuweilen bloß vordergründigen Stimmung herauszuführen und als Chance für ein zukunftsfähiges Christentum erfahrbar zu machen.


Übung phil. Fakultät/ Geschichte Osteuropas

Europa als Hoffnung und Feindbild - geschichtliche Modelle und Strategien in Politik und Kirchen

„Europa“ ist in Ost und West zum Reizwort geworden. Die einen wünschen sich stärkere europäische Integration, anderen ist das Erreichte bereits zuviel, wieder andere haben das Bedürfnis, sich vor Europa abzuschirmen. Über aktuellen Auseinandersetzungen wird leicht vergessen, dass Europa nicht deckungsgleich mit der EU ist. Mehr noch: „Europa“ hat eine historische Dimension, in der verschiedene Modelle für das Verhältnis von Ost und West durchgespielt wurden. Die Bandbreite reicht von einer Bewunderung (west-)europäischer Errungenschaften über die Teilung Europas in zwei politisch-ideologische Blöcke, dem Wunsch, diese Teilung zu überwinden bis hin zum Bedürfnis nach neuen Abgrenzungen. Europa als Chance oder als Gefahr - beide Sichtweisen bedürfen der Deutung in einem geschichtlichen Horizont.

Wie die Modelle und Positionierungen, so sind auch die Akteure auf der europäischen Bühne vielfältig. Neben Politik und Wirtschaft haben auch die christlichen Kirchen des Ostens und Westens eine bedeutsame Rolle gespielt, um Abgrenzungen in Europa aufzurichten oder zu überwinden. Neben der Aufgabe einer Interpretation politischer Interessen stellt sich deshalb auch die Frage nach den leitenden Werten, die von den Kirchen in die Entwicklung(en) Europas eingebracht worden sind. Ein verlässlicher Seismograph dafür ist das Engagement für die Menschenrechte, die in christlicher Ethik wurzeln.

SoSe 2019

Übung Lehrstuhl Geschichte Osteuropas (phil. Fakultät)


Imperien und ihre Religionspolitik - Variationen zwischen Sakralisierung politischer Macht, Instrumentalisierung von Religion und Verfolgung


Imperien sind gekennzeichnet von einer Konzentration politischer, wirtschaftlicher und militärischer Macht. Quer durch die Geschichte haben sich die Inhaber solcher Macht veranlasst gesehen, ihre Stellung gegenüber einem in anderer Weise mächtigen Faktor in ihren Reichen zu definieren: dem der Religion. Die dabei entwickelten Lösungen variieren zwischen religiös konnotierter Überhöhung der eigenen Macht, dem „Einbau“ von Religionsgemeinschaften in das eigene Herrschaftssystem oder dem Versuch, eine Konkurrenz durch Religionsgemeinschaften mittels deren Marginalisierung oder Verfolgung auszuschalten.
Im Rahmen der Übung sollen anhand von Stichproben die Methoden und Begründungen solcher imperialer Religionspolitik in verschiedenen Herrschaftsgebieten des ost- und südosteuropäischen Raums analysiert und verglichen werden: im byzantinischen Reich, im osmanischen Reich, im Zaren- und im Sowjetimperium. Objekt staatlicher Religionspolitik in ihnen waren christlicherseits vor allem die orthodoxe Kirche oder aber der Islam. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der politischen Behandlung dieser Religionsgemeinschaften oder zeigen sich Unterschiede? Wie haben sie sich im Licht der jeweiligen Religionspolitik entwickelt oder verändert? Zur Klärung dieser Fragen kann ein noch weiträumigerer Vergleich beitragen: mit dem Omajjaden- bzw. Abassidenreich, zwei Imperien des nahöstlichen Raums, in denen dieselben Religionsgemeinschaften präsent waren und die Machthaber ebenfalls zu einer Positionierung veranlassten

WiSe 2018/19

Seminar theologische Fakultät

Ganzheitlich gelebter Glauben

- Texte orthodoxer und katholischer Spiritualität -


Christliches Glauben ist ein ganzheitliches Phänomen. Für die Glaubenden gilt es, ihn verstandesmäßig zu erschließen, um die Tiefe von Gottes Handeln zum Heil des Menschen bestmöglich wahrzunehmen. Eine andere Facette dessen bildet der Bereich persönlicher Glaubenserfahrung als ein individuelles Betroffenwerden von der Botschaft Jesu, zuweilen verdichtet bis hin zu einem mystischen Erleben. Nicht zuletzt bedarf Glauben der Umsetzung in ein alltägliches Christsein, d.h. hinein in die jeweiligen Lebensvollzüge.

Über zwei Jahrtausende hinweg sind im östlichen wie im westlichen Traditionszweig der Kirche bedeutsame spirituelle Strömungen entstanden, die Ausdruck einer Vielfalt von Zugängen und immer neuen Erschließungen gelebten Glaubens sind. Das bezeugt eine überaus reiche geistliche Literatur des christlichen Ostens und Westens. Sie spiegelt die Erfahrungs- und Vorstellungswelt bedeutender Denker, Gottsucher und Beter der orthodoxen wie der katholischen Kirche, die vor sich selbst Rechenschaft über „ganzheitlich gelebten Glauben“ ablegen und ihre Einsichten an andere Gläubige weiterreichen möchten. Diese spirituelle Literatur zeigt einerseits erstaunliche Parallelen sogar über die im 2. Jahrtausend entstandenen konfessionellen Grenzen hinweg; daneben finden sich aber auch Spezifika beider Überlieferungsstränge, die im jeweiligen Zeit- und Kulturkontext wurzeln.

Das Seminar möchte Zugänge zu maßgeblichen Autoren und Texten eröffnen, mit wichtigen geistlichen Strömungen bekannt machen und dazu beitragen, „spirituelle Erfahrungsschätze“ der orthodoxen und der katholischen Kirche zu heben.

Übung phil. Fakultät/ Geschichte Osteuropas

Wohin steuert die Ukraine? - Beiträge der orthodoxen und katholischen Kirchen zur Nationbildung und Identitätsfindung


Die Ukraine steckt in einem macht-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Sog, der teilweise sogar zu bewaffneten Auseinandersetzungen eskaliert. Jahrhundertelang in verschiedene und wechselnde Machtzentren eingegliedert, hat die staatliche Unabhängigkeit nach dem Zerfall der Sowjetunion die Frage nach der ukrainischen Nation und Identität nicht automatisch gelöst, sondern nur neu formuliert. Verschiedene Modelle werden angeboten: Orientierung nach Westen, Orientierung nach Osten, oder eine selbstbewusste Ukraine zwischen Ost und West. Das Meinungsspektrum über den besten Weg ist vielfältig und wird kontrovers diskutiert.

Angesichts einer tiefverwurzelten Religiosität der Bevölkerung kommt den christlichen Kirchen der Region hohe Bedeutung für die Selbstfindung der Ukraine zu. Die orthodoxen und katholischen Kirchen in der Ukraine sind allerdings selbst Spiegel der vorhandenen Vielfalt: sie suchen nach ihrer Position inmitten einer postkommunistischen Gesellschaft und möchten zugleich zur Nationbildung, zur gesellschaftlichen Identitätsfindung und Gestaltung beitragen.

Die Übung möchte Grundkenntnisse über die orthodoxen und katholischen Kirchen in der Ukraine und ihre Geschichte vermitteln, die bis heute das kirchliche Bewusstsein prägt. Aufbauend soll die Rolle und Positionierung der Kirchen im laufenden gesellschaftlichen Transformationsprozess beleuchtet werden. Wohin steuert die Ukraine? Die Antwort auf diese Frage wird von den orthodoxen und katholischen Kirchen des Landes mit formuliert werden.

SoSe 2018

Seminar theologische Fakultät

Die Orthodoxie auf dem Weg kirchlicher Erneuerung

- Die Orthodoxe Synode auf Kreta 2016 und ihre Vorgeschichte -

Im Juni 2016 fand auf der Insel Kreta die langerwartete Synode der Orthodoxen Kirche statt. Ihre Dokumente bezeugen das Engagement, mit dem die Orthodoxie die Herausforderungen des 21. Jh. annehmen und gestalten will. Wie schwierig der Weg einer solchen kirchlichen Erneuerung aber sein kann, bezeugt die mehr als einhundertjährige Geschichte der Vorbereitung dieser Synode; sie ist zugleich auch eine Geschichte intensiver Auseinandersetzung der Orthodoxie mit ihrem kirchlichen Selbstverständnis und mit der modernen Welt.

Das Seminar möchte mit der Vorbereitungsgeschichte vertraut machen, die nach zuletzt durch den Zusammenbruch des Sowjetimperiums und die Möglichkeit engerer Zusammenarbeit der orthodoxen Teilkirchen starke Impulse erhalten hat. Ein Vergleich der vorbereitenden Schritte mit den 2016 beschlossenen Dokumenten zeigt Entwicklungen bei zentralen Fragen auf: Vor welchen Herausforderungen steht die orthodoxe Kirche im 20. bzw. 21. Jh.? Welche Antworten erwarten die Menschen von der Kirche?  

Eine Einbeziehung von einschlägigen Dokumenten der katholischen Kirche bietet Einblicke, dass beide Kirchen vor ähnlichen Schwierigkeiten bei der Formulierung zeitgemäßer Antworten stehen. Angesichts der Herausforderungen der Zeit wachsen - trotz vorhandener Unterschiede im politisch-gesellschaftlichen Kontext von Ost und West - die grundlegenden Gemeinsamkeiten zwischen katholischer und orthodoxer Kirche an - ein möglicher Anknüpfungspunkt verstärkter Zusammenarbeit in der Zukunft.

 

Übung Lehrstuhl Geschichte Osteuropas (phil. Fakultät)

Die Russische Orthodoxe Kirche im Dialog mit dem Islam

Der Islam gehört seit Jahrhunderten zur religiösen Landschaft Russlands und ist heute eine der staatlich anerkannten „traditionellen Religionen“. Die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums sowie Entwicklungen im Selbstbewusstsein des Islam haben neue Fragen nach dem Verhältnis zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und dem Islam aufgeworfen. Auch in einigen der unabhängig gewordenen Staaten Zentralasiens und in der Kaukasusregion bedarf das Verhältnis zwischen der Minderheit ethnischer Russen und der muslimischen Mehrheit einer Neudefinition. Ähnliches gilt für die Nachbarschaftsverhältnisse Russlands etwa zum Iran oder China. Damit wird bereits greifbar, dass die Beziehungen zwischen den Religionen nicht zuletzt auch politische Interessen berührt.

Ein herausragender Weg, die Beziehungen zwischen den Religionen neu zu justieren, besteht in interreligiösem Dialog, an dem sich die Russische Orthodoxe Kirche seit Jahrzehnten engagiert beteiligt. Dabei greift sie auf viel ältere historische Erfahrungen zurück, in denen das Verhältnis beider Religionen zumeist von wechselseitigem Respekt bestimmt war. Das erklärte Ziel der Bemühungen ist eine „friedliche Koexistenz“,  die durch Konfliktprävention bzw. -deeskalation und durch religionsübergreifende Anstrengungen gegen Extremismus und Terrorismus gesichert werden soll.

Die Übung möchte mit den historisch gewachsenen Beziehungen, aber auch mit Gestaltung und Zielsetzung des seit Jahrzehnten praktizierten interreligiösen Dialogs in Russland und seinen Nachbarländern vertraut machen. Die zu beobachtende enge Verzahnung religiösen Engagements mit staatlichen Bemühungen zeigt die Brisanz des Themas für die Stabilisierung einer im Umbruch befindlichen Region.

Schriftenreihe

In der Reihe „Schriften des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg“ erscheinen in unregelmäßigen Abständen Tagungs- und Sammelbände sowie Monografien akademischen Niveaus. Die einzelnen Titel gehen aus Initiativen des Ostkircheninstituts hervor oder machen Forschungsergebnisse ostkirchlicher Autoren in einem westlichen Kontext bekannt. So sollen einer breiteren Öffentlichkeit neue Einsichten über die Ostkirchen vermittelt und Interesse an einer Beschäftigung mit den Ostkirchen geweckt werden.

In Vorbereitung:

Bd 7 VorderseiteBand 7

Katrin Boeckh/ Dietmar Schon (Hg.)

Der Blick auf den Anderen. Katholisch-Orthodoxe Selbst- und Fremdwahrnehmung

 

 



Bd 6 VorderseiteBand 6:

Dietmar Schon

Berufen zur Verwandlung der Welt. Die Orthodoxe Kirche in sozialer und ethischer Verantwortung

kartoniertes Buch: 381 Seiten
Verlag Pustet; erschienen xxx
ISBN/EAN: 9783791732602

 

Bd 5 VorderseiteBand 5:

Dragisa Jerkic

Mut zur Freiheit? Antworten der orthodoxen Theologie des 20. Jahrhunderts auf eine Menschheitsfrage
kartoniertes Buch: 373 Seiten
Verlag Pustet; erschienen 9.11.2020
ISBN/EAN: 9783791731971

 

 

Schrifenreihe 4 2019Band 4:

Dietmar Schon (Hg.)

Identität und Authentizität von Kirchen im ‚globalen Dorf‘
Annäherung von Ost und West durch gemeinsame Ziele
kartoniertes Buch: 224 Seiten
Verlag Pustet; erschienen 1.11.2019
ISBN/ EAN: 9783791731421

 

 

Schriftenreihe 3 2018 webBand 3:

Dietmar Schon (Hg.)

Die Serbische-Orthodoxe Kirche in den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
kartoniertes Buch: 272 Seiten
Verlag Pustet; erschienen 23.05.2019
ISBN/EAN: 978379173057

 

 

Band 2 webBand 2:

Volodymyr Pryymych

Unionsgespräche bei den Konzilien des 15. Jahrhunderts
Kiewer Metropoliten als Mittler zwischen Rom und Byzanz
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Pustet; erschienen 12.9.2018
ISBN/EAN: 9783791730080 

 

 

dialog 2 0 braucht der orthodox-katholische dialog neue impulseBand 1:
Dietmar Schon (Hg.)
Dialog 2.0. - Braucht der orthodox-katholische Dialog neue Impulse?
Taschenbuch: 264 Seiten
Verlag: Pustet, F; Auflage: 1 (14. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791729233
ISBN-13: 978-3791729237

 

WiSe 2017/18

(1) Seminar theologische Fakultät

Religionen im Plural: Herausforderung oder Chance?
-    Ansätze für den Umgang mit „den Anderen“ -

Als Nebenfolge von „Globalisierung“ treffen heute in fast allen Ländern Christen und Muslime aufeinander. Damit stellt sich die Frage nach dem Umgang miteinander. Wie kann das Wesentliche des eigenen Glaubens bewahrt werden? Sind „die Anderen“ dafür eine Gefahr, gelten sie als ein Kollateralschaden der Geschichte oder als eine positive Herausforderung?

Im Lauf einer langen Begegnungsgeschichte wurden sehr unterschiedliche Ansätze für den Umgang mit Andersgläubigen entwickelt. Sie finden sich in den Offenbarungsschriften Bibel und Koran, in den Werken christlicher Theologen und islamischer Gelehrter und - in neuester Zeit - auch in den Ergebnissen interreligiösen Dialogs. Weniger bewusst ist, dass jede theologische Antwort auf das Faktum religiöser Pluralität zugleich auch Spiegel politischer, gesellschaftlicher und staatlicher Positionierungen ist.

Das Seminar fokussiert historische und aktuelle Erfahrungen der orthodoxen und der katholischen Kirche mit dem Islam im Nahen Osten sowie in Europa.


(2) Proseminar phil. Fakultät/ Geschichte Osteuropas

Heiliges Russland? - Aktuelle Wechselwirkungen von Russischer Orthodoxer Kirche und Politik zur Gestaltung einer Gesellschaft

Präsident Putin verbindet einen Staatsbesuch in Griechenland mit einer Wallfahrt zum heiligen Berg Athos. Metropoliten der Russischen Orthodoxen Kirche treten u.a. in Syrien, China, Iran und der Türkei in kirchlichen Missionen außenpolitischer Relevanz auf. Innen- und gesellschaftspolitische Entscheidungen werden durch konvergente kirchliche und politische Stellungnahmen vorbereitet. Offensichtlich sucht der russische Staat die Nähe zur Kirche, zugleich sucht die Kirche die Nähe zum Staat. Die Intensität dessen ist angesichts offizieller Trennung von Kirche und Staat in Russland überraschend.

Solche Wechselwirkungen haben eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht und sogar durch eine rund 80-jährige Verfolgungsperiode der Kirche in der Sowjetzeit nicht abgebrochen, sondern lediglich modifiziert wurde. Aktuell zeigt sich das Phänomen in neuer Gestalt. Aber welche Interessen sind dabei leitend? Was ist das Ziel einer derartigen Zusammenarbeit von Staat und Kirche? Welche Auswirkungen hat sie auf Andersgläubige oder Nichtreligiöse?

Das Proseminar möchte zum Kennenlernen der Russischen Orthodoxen Kirche und der politischen Relevanz ihrer Sendung beitragen.

Lehrangebote Universität


Der Direktor des Ostkircheninstituts, Dr. habil. Dietmar Schon, ist seit Oktober 2017 als Privatdozent für Ostkirchenkunde, Ökumenische Theologie und Neue Kirchengeschichte an der theologischen Fakultät der Universität Regensburg tätig. Mit dem WiSe 2016/ 17 bis WS 2018/20 hat er zusätzlich einen Lehrauftrag an der philosophischen Fakultät/ Lehrstuhl für Geschichte Ost- und Südosteuropas übernommen, um in diesem Rahmen die historisch wie aktuell gleichermaßen bedeutsame Rolle der Ostkirchen in den Staaten und Gesellschaften der Region zu thematisieren.

Wintersemester 2016/17

(1) Seminar Theologische Fakultät


Der Gott des Christentums, der Gott des Islam: Wahrnehmungen ostkirchlicher Autoren zu einer anderen Religion

Bald nach dem Auftreten des Islam im 7. Jh. begannen ostkirchliche Autoren, sich mit der neuen Religion zu beschäftigen. Hinter einer zuweilen eingesetzten Polemik werden christliche Wahrnehmungen über den Islam greifbar, die in eine Auseinandersetzung um „wahre Religion“ einflossen bzw. zur Verteidigung christlicher Lehren fruchtbar gemacht wurden. Umgekehrt sah sich auch der Islam zu einer - nicht selten polemischen - Positionierung gegenüber dem Christentum veranlasst, was neue Gesichtspunkte in den Diskurs einbrachte. Damit stellt sich die Frage, ob und inwieweit die wechselseitigen Wahrnehmungen zutreffen oder zur Quelle von Feindbildern wurden. In jüngster Zeit gewannen Bemühungen um einen interreligiösen Dialog an Boden, der einem vertieften Verständnis von Christentum und Islam Raum geben soll. Wurde dieses Ziel erreicht? Welche Chancen bestehen in Zeiten eines gewaltsamen Extremismus für friedliche Koexistenz von Christen und Muslimen in denselben Staaten bzw. Gesellschaften?

Ziel des Seminars ist,

- anhand von Textbeispielen ostkirchlicher Autoren die Hauptthemen bzw. Motive in der literarischen Auseinandersetzung mit dem Islam herauszuarbeiten,
- die methodischen Unterschiede zwischen „Erweis von wahrer Religion“ und „interreligiösem Dialog“ aufzuzeigen und
- neue Ansätze zum Umgang mit religiösem Pluralismus bei gleichzeitiger Treue zur je eigenen Religion kennenzulernen.

 

(2) Übung phil. Fakultät/ Geschichte Südosteuropas

 

Wohin steuert die Ukraine? - Beiträge der orthodoxen und katholischen Kirchen zur Nationbildung und Identitätsfindung

Die Ukraine steckt in einem macht-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Sog, der teilweise sogar zu bewaffneten Auseinandersetzungen eskaliert. Jahrhundertelang in verschiedene und wechselnde Machtzentren eingegliedert, hat die staatliche Unabhängigkeit nach dem Zerfall der Sowjetunion die Frage nach der ukrainischen Nation und Identität nicht automatisch gelöst, sondern nur neu formuliert. Verschiedene Modelle werden angeboten: Orientierung nach Westen, Orientierung nach Osten, oder eine selbstbewusste Ukraine zwischen Ost und West. Das Meinungsspektrum über den besten Weg ist vielfältig und wird kontrovers diskutiert.

Angesichts einer tiefverwurzelten Religiosität der Bevölkerung kommt den christlichen Kirchen der Region hohe Bedeutung für die Selbstfindung der Ukraine zu. Die orthodoxen und katholischen Kirchen in der Ukraine sind allerdings selbst Spiegel der vorhandenen Vielfalt: sie suchen nach ihrer Position inmitten einer postkommunistischen Gesellschaft und möchten zugleich zur Nationbildung, zur gesellschaftlichen Identitätsfindung und Gestaltung beitragen.

Die Übung möchte Grundkenntnisse über die orthodoxen und katholischen Kirchen in der Ukraine und ihre Geschichte vermitteln, die bis heute das kirchliche Bewusstsein prägt. Aufbauend soll die Rolle und Positionierung der Kirchen im laufenden gesellschaftlichen Transformationsprozess beleuchtet werden. Wohin steuert die Ukraine? Die Antwort auf diese Frage wird von den orthodoxen und katholischen Kirchen des Landes mit formuliert werden.

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