Aktuelles/Veranstaltungen

2. Internationales Ökumenisches Symposium (05./ 06.10.2018)

Das diesjährige Symposium des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg war den Grundlagen ökumenischer Verständigung gewidmet. Unter dem Tiel „Identität und Authentizität von Kirchen im ‚globalen Dorf‘ - Kirchliche Annäherung von Ost und West durch gemeinsame Ziele?“ spürten namhafte Referenten der Frage nach, ob die je eigenständige Identität der orthodoxen bzw. katholischen Kirche ein Hindernis für den Dialog darstellt, oder ob sie im Gegenteil neue Perspektiven einer kirchlichen Annäherung birgt.

Als katholischer Hauptreferent hatte sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zur Verfügung gestellt. Sein Referat betonte ekklesiologische Aspekte, die Basis einer weiteren zwischenkirchlichen Verständigung sein können (vgl. den Bistum-Regensburg-Bericht). Eine orthodoxe Perspektive bot der Metropolit von Kongo-Brazzaville, Panteleimon (Arathymos), der dem Patriarchat von Alexandrien und Ganz Afrika angehört. Als Bischof einer erst vor wenigen Jahren gegründeten orthodoxen Diözese im sub-saharischen Afrika brachte er seine Erfahrungen mit missionarischer Tätigkeit ein und betonte, der orthodox-katholische Dialog könne nur gewinnen, wenn eine einseitige Fixierung auf europäische Gegebenheiten überwunden würde und Raum für einen umfassenderen Austausch entstünde.

Das Symposium setzte theologische Aspekte mit Einsichten anderer Fachwissenschaften in Beziehung. Dabei wurde die Theologie (in verschiedenen Teildisziplinen), Organisationssoziologie, Religionssoziologie, Religionswissenschaft und Psychologie angefragt, wie eine neue zwischenkirchliche Umgangsweise entstehen könnte, die den vollen Reichtum der je eigenen kirchlichen Identität in den Dienst am Menschen stellt und diesen im Zeitalter von Globalisierung und Säkularisierung für möglichst viele fruchtbar macht. Dieser interdisziplinäre Ansatz erbrachte vielfältige Anregungen, wie der orthodox-katholische Dialog angesichts neuer Herausforderungen ausgebaut und erweitert werden könnte.

Klitsch Panteleimon Voderholzer Schon 05.10.18 webTagungsteilnehmerWinkler DietmarWasmuth Jennifer webPanteleimon Voderholzer 05.10.18 webDrepper Thomas 05.10.18 webMoga Ioan webAngelov Polykarp Voderholzer web

 Polykarb Voderholzer webSchon Dietmar webKisic Rade webAuditorium webKarakolis Christos webPolykarb Voderholzer2 webAbendessen webVoderholzer web

Programm

Interview-Link Bistum-Regensburg

Besuch in Istanbul und Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen im Phanar (30.07.-04.08.2018)

Für jeden Ostkirchenkundler und ökumenisch Engagierten gehört ein Besuch in Konstantinopel (heute Istanbul), dem Sitz des Ökumenischen Patriarchen, zu den besonders prägenden Erfahrungen. Vorbereitet und begleitet durch Herrn Georgios Vlantis, den Geschäftsführer der AcK Bayern und engagierten Unterstützer des Ostkircheninstituts, und vermittelt durch die griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland erhielt P. Dr. habil. Dietmar Schon o.p. die Gelegenheit zu einem solchen Besuch.

Den Auftakt bildete am 31.07.18 eine Begegnung mit der Mönchsgemeinschaft des Dreifaltigkeitsklosters auf der unweit von Istanbul im Marmarameer gelegenen Insel Chalki. Sie verdankt ihre (Wieder-)Entstehung dem Charisma des Abtes, Metropolit Elpidophoros (Lambrinidis). An der Stelle eines bereits im 9. Jh. gegründeten und später zerstörten Klosters wurde auf Initiative des Patriarchen Germanos IV. Mitte des 19. Jh. eine Theologische Hochschule gegründet. Nach einem schweren Erdbeben neu errichtet, haben seit 1896 viele orthodoxe Theologen, Bischöfe und Patriarchen, darunter der amtierende Patriarch Bartholomaios I., ihr Studium in dieser Hochschule absolviert. Die schwierige Situation der christlichen Minderheit in der Türkei wird u.a. daran erkennbar, dass 1971 seitens des Staates die Hochschule geschlossen und 1998 sogar enteignet wurde. Auf internationale Proteste hin wurde zwar die Enteignung zwischenzeitlich rückgängig gemacht; ein theologischer Lehrbetrieb ist aber nach wie vor verboten.

Bilder: Die Altstadt von Konstantinopel (links); Innenraum Klosterkirche Chalki (rechts)

Istanbul Meer webChalki Kirche webEine Führung durch die Kirche, das Kloster und das Hochschulgebäude mit ihrer Bibliothek und den Unterrichtsräumen führte dem Gast vor Augen, wie sehr eine Wiedereröffnung als Theologische Hochschule zu den dringenden Desiderata des Patriarchats gehört. Der Abt des Klosters, Metropolit Elpidophoros, war vom Patriarchen überraschend zu einer Auslandsreise entsandt worden; dennoch ließ er sich nicht nehmen, eine Nachricht mit Grüßen und einem Bezug zum Symposium 2016 in Regensburg zu senden, bei dem der Metropolit als orthodoxer Ehrengast teilgenommen hatte. An Stelle des Metropoliten lud Archimandrit Kaisarios Chronis zu einem Gespräch mit der Mönchsgemeinschaft ein, bei dem auch Gelegenheit bestand, das Ostkircheninstitut und seine Zielsetzung vorzustellen.

Bild: Empfang vor dem Dreifaltigkeitskloster; Mitte: Archimandrit Kaisarios Chronis

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Bild:  Seminarraum in der ehem. Theologischen Hochschule ChalkiHochschule Chalki web

Eindeutiger Höhepunkt der Reise nach Konstantinopel war die Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. im Phanar am 1. August. Der Direktor des Ostkircheninstituts, P. Dr. Dietmar Schon o.p., überreichte ein Exemplar seiner Habilitationsschrift „Die orthodoxen Kirchen im interreligiösen Dialog mit dem Islam“ und den Tagungsband des Symposiums 2016 „Dialog 2.0 - Braucht der der orthodox-katholische Dialog neue Impulse?“. Beide Bücher fanden das Interesse des hohen Gastgebers und wurden zum Anknüpfungspunkt für ein Gespräch, bei dem Aufgaben und Ziele des neu konzipierten Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg illustriert werden konnten. Eine besondere Freude und Ehre stellte es dar, dass der Ökumenische Patriarch Herrn Georgios Vlantis und P. Dietmar Schon o.p. für den nächsten Tag, dem 02.08.18, zu einer weiteren Begegnung im Rahmen eines Mittagessens in den Phanar einlud. Der Ökumenische Patriarch ermutigte neuerlich dazu, die Bemühungen des Ostkircheninstituts um ein immer besseres wechselseitiges Verständnis von orthodoxer und katholischer Kirche engagiert fortzusetzen.
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Bild: Begegnung mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

Die verbleibende Zeit des Aufenthalts war vor allem einer Suche nach orthodoxen Spuren in der Hauptstadt des osmanischen Reichs und der heutigen Türkei gewidmet, eine Suche, die sich angesichts des seit der Eroberung Konstantinopels islamisch geprägten Umfelds gar nicht so einfach gestaltet. Vor allem aber steht das Ergebnis in seltsamem Kontrast zur Bedeutung, die das Ökumenische Patriarchat in pastoraler Hinsicht und im weltweiten Dienst für die Orthodoxie bis heute entfaltet.

An erster Stelle stand natürlich ein Besuch der Hagia Sophia, für viele Jahrhunderte die größte Kirche der Christenheit und heute ein Museum. In ihr erinnert vor allem die beeindruckende Architektur an das vorislamische, christliche Byzanz. Von der Innengestaltung mit Mosaiken und Fresken haben nur einige kleine Reste die Umgestaltung in eine Moschee überdauert. Noch als Torso erinnern sie in ihrer Schönheit den Betrachter daran, wie viel an künstlerischen Glaubenszeugnissen durch die Zeitumstände verloren ging.

Hagia Sophia außen webHagia Sophia innen webBilder: Hagia Sophia (außen, innen)

Bilder: Hagia Sophia Mosaiken
Hagia Sophia Mosaik webHagia Sophia Mosaik 2 web
Dasselbe gilt für die ehemalige Kirche der Heiligen Sergius und Bacchus aus dem 6. Jh., die heute als Moschee Küçük Aya Sofya Camii den muslimischen Gläubigen dient. Anders die Chora-Kirche: wie durch ein Wunder entgingen größere Teile der Fresken und des Mosaikschmucks bei der Umwandlung in eine Moschee der Zerstörung; sie bieten dem Besucher des heutigen Museums einen nachhaltigen Eindruck vom innigen Glaubensleben der spätbyzantinischen Zeit. Zeugnis vom heutigen orthodoxen Wirken legt dagegen die St. Georgskirche im Phanar ab; sie ist seit 1600 die Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats und birgt neben bedeutenden Ikonen die Reliquien einiger Märtyrer sowie der größten östlichen Lehrer der ungeteilten Kirche.

Kirche Sergius web
Kirche Sergius innen webBilder: Ehem. Kirche der Hl. Sergius und Bacchus (6. Jh.)
und Innenraum



Bild links: Mosaik in der ehem. Kirche des Chora-Klosters
Bild rechts: ehem. Kirche des Chora-Klosters - Fresko der SeitenapsisMosaik Chora Kloster webFresko Chora Kloster web

Georgskirche webGeorgskirche Reliquiar web

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild links: St. Georgskirche/ Phanar: Ikonostase

 


Bild rechts: St. Georgskirche/ Phanar: Reliquiar des Hl. Gregor von Nazianz

Die „Blaue Moschee“ überdeckt zum Teil die Grundmauern des ersten Kaiserpalastes, von dem nur noch einige Fußbodenmosaiken in einem nahegelegenen Museum geborgen werden konnten. Die noch als Ruine eindrucksvolle Stadtmauer haben Konstantinopel rund 1000 Jahre vor vielen Angreifern geschützt. Auch wenn seit Mehmet dem Eroberer der unüberhörbare Ruf des Muezzins über die Stadt Istanbul erschallt, so sind doch die Glocken der Kirchen des Ökumenischen Patriarchats keineswegs verstummt; seit 1453 klingen sie nur leiser.
Mauerstadt webBlaue Moschee web

 

 

 

 

 

 

Bild links: Blaue Moschee
Bild rechts: Teil der landseitigen Stadtmauer

Zu Gast bei der rumänisch-orthodoxen Gemeinde (15.07.2018)

Auf Einladung von Pfarrer Alexandru Campeanu und Diakon Gerorg Hahn war der Direktor des Ostkircheninstituts, P. DDr. Dietmar Schon o.p., am 15. Juli zu Gast bei der rumänisch-orthodoxen Gemeinde in Regensburg. Die feierliche Sonntagsliturgie in der von der Gemeinde genutzten Matthiaskirch wurde von der Chorodia Basilius musikalisch gestaltet.

Campeanu 15.07.18Campeanue 15.07.18 2In seiner Ansprache am Schluss des Gottesdienstes hob Pfarrer Campeanu die gewachsene gute Querverbindung zwischen der orthodoxen Gemeinde und der römisch-katholischen Diözese Regensburg hervor. Wie es im kirchlichen Bereich gelinge, als orthodoxe Gläubige in mehrheitlich katholischem Umfeld die eigene Identität zu wahren und diese in ökumenische Begegnungen einzubringen, so sollten auch im gesellschaftlichen Bereich Begegnung und Integration gesucht werden; der Reichtum an kultureller Vielfalt müsse geteilt, nicht etwa versteckt werden. Im Anschluss an die Liturgie fand im Gemeindesaal eine Agapefeier statt, eine gute Gelegenheit, den Kontakt in persönlicher Begegnung und im Gespräch zu vertiefen.

Fortsetzung des Fachkolloquiums zur Serbischen Orthodoxen Kirche 16.06.18

Mit einer weiteren ganztägigen Veranstaltung in Regensburg wurde am 16. Juni das im Mai begonnene Fachkolloquium „Die Serbische Orthodoxe Kirche in den Herausforderungen des beginnenden 21. Jh.“ abgeschlossen. Wieder kamen dazu akademische Lehrer der Fakultät für Orthodoxe Theologie in Belgrad, einige in Deutschland tätige serbisch-orthodoxe Nachwuchswissenschaftler und eine Reihe hiesiger Experten verschiedener Fachgebiete zusammen, unter ihnen der Dekan der theologischen Fakultät der Universität Regensburg, Prof. Dr. Klaus Unterburger, der Lehrstuhlinhaber für neutestamentliche Exegese, Prof. Dr. Tobias Nicklas, weiterhin Frau Prof. Dr. Katrin Boeckh (IOS Regensburg/ LMU München), Prof. Dr. Siegmund Bonk (Akademischen Forums Albertus Magnus), PD Dr. Thomas Németh (Ostkircheninstitut an der Universität Würzburg) sowie PD Dr. Dietmar Schon o.p. (Ostkircheninstitut der Diözese Regensburg). 

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Dr. Nenad Božović

Einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt der Tagung bildeten Beiträge zur aktuellen theologischen Forschung im Rahmen der Serbischen Orthodoxen Kirche: zur Entwicklung der neutestamentlichen (Ass. Prof. Dr. Vladan Tatalović) bzw. alttestamentlichen Exegese (Dr. Nenad Božović), zur Patristik (Ass. Prof. Dr. Andrej Jeftić) und zur theologischen Auseinandersetzung mit der Moderne (Ass. Prof. Dr. Marko Vilotić). Der neuesten Kirchengeschichte bzw. Zeitgeschichte der Serbischen Orthodoxen Kirche widmeten sich die Beiträge von Nenad Živković (Aktuelle Herausforderungen der kanonischen Organisation durch Schismen und Sondergruppen), Dragiša Jerkić (Die Serbischen Orthodoxen Kirche im Kontext der aktuellen politisch-gesellschaftlichen Situation in Bosnien und Herzegowina); PD Dr. Dietmar Schon o.p. referierte abschließend zum Engagement der Serbischen Orthodoxen Kirche im interreligiösen Dialog. Die Diskussion gestaltete sich durch die engagierte Mitwirkung der erwähnten nicht-referierenden Fachleute und einer Reihe von Doktoranden lebhaft und ertragreich.

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Vortrag von Ass. Prof. Dr. Andrej Jeftić

Die Serbische Orthodoxe Kirche, ihre jüngste Entwicklung und die Herausforderungen durch den fortschreitenden gesellschaftlichen Wandel sind in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum leider etwas aus dem Blick geraten. In der Folge fehlt es hierzulande an einem klaren Bild über den aktuellen Stand des kirchlichen wie wissenschaftlichen Lebens der serbischen Orthodoxie. Ziel des Fachkolloquiums war es, einen Beitrag zu leisten, um diese Lücke zu schließen. Zusammengenommen haben die beiden Teile des Fachkolloquiums das erhoffte facettenreiche Bild zur aktuellen Situation der Serbischen Orthodoxen Kirche und ihrer theologischen Forschung mit wünschenswerter Tiefenschärfe erbracht. Ein willkommener Nebeneffekt der Tagung war der intensive Austausch in persönlicher Begegnung und die Vertiefung bestehender Kontakte, die für die beiden Veranstalter, das Ostkircheninstitut der Diözese Regensburg und die Fakultät für Orthodoxe Theologie in Belgrad, gleichermaßen von großer Bedeutung sind.

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Schon web



 

 

 

 

v.l.n.r.: Prof. Dr. T. Nicklas, PD Dr. Dietmar Schon o.p., Ass. Prof. Dr. Vladan Tatalović 
 

Treffen des ostkirchlich-katholischen Gesprächskreises 11.04.18

Im Fokus der jüngsten Gesprächsrunde stand ein Vergleich der ostkirchlichen bzw. römisch-katholischen Praxis der Vorbereitung auf den Empfang der Eucharistie, der Eucharistiespendung und der Sakramentenpastoral. Der Informations- und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zeigte auf, dass trotz lehrmäßiger Gemeinsamkeit im Eucharistieverständnis vor allem im spirituellen und kirchenrechtlichen Bereich Eigentraditionen bestehen, die zu teils unterschiedlicher Bewertung von Einzelfragen führen.

Fachkolloquium zur Serbischen Orthodoxen Kirche 05.05.18

Unter dem Titel „Die Serbische Orthodoxe Kirche in den Herausforderungen des beginnenden 21. Jh.“ hat das Ostkircheninstitut der Diözese Regensburg in Kooperation mit der Fakultät für Orthodoxe Theologie der Universität Belgrad am 5. Mai ein Fachkolloquium in Regensburg durchgeführt. Ehrengast bei diesem besonderen Ereignis war der Administrator der serbisch-orthodoxen Eparchie von Deutschland, der hwst. Bischof Andrej (Ćilerdžić). Er überbrachte dem Direktor des Ostkircheninstituts, P. Dr. habil. Dietmar Schon o.p., die Segenswünsche S.H., des serbischen Patriarchen Irenej, der damit ein besonderes Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung des Projekts gesetzt hat. Bischof Andrej hielt zudem das Hauptreferat zum Leitthema der Tagung, in dem er die Wahrnehmungen von kirchlichem Handlungsbedarf, von Chancen und zu lösenden Problemen aus dem Blickwinkel der Hierarchie beleuchtete.

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Bischof Andrej (Ćilerdžić), PD Dr. Dietmar Schon o.p.             Blick in die Teilnehmerrunde

In insgesamt sieben Referaten während der ganztägigen Veranstaltung behandelten Referenten aus Belgrad und Deutschland verschiedene thematische Aspekte, darunter die Erfahrungen der Kirche im kommunistischen Jugoslawien (Prof. Dr. Klaus Buchenau, Rgbg), die Rolle der Laien in der serbisch-orthodoxen Kirche (Dr. Vladimir Latinović, Stuttgart), den Bereich „Kirche und Medien“ (Dr. Irena Zeltner-Pavlović, Erlangen), aber auch Ökumene (Prof. Dr. Rade Kisić, Belgrad) sowie aktuelle ekklesiologische und liturgische Forschungen in der serbischen Kirche (Prof. Dr. Zdravko Jovanović bzw. Prof. Dr. Srboljub Ubiparipović, beide Belgrad).
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Bild 1: v.l.n.r.: Prof. Dr. Klaus Buchenau; Prof. Dr. Klaus Unterburger
Bild 2: v.r.n.l.: Frau Prof. Dr. Katrin Boeckh, Pfarrer Bojan Simić, Herr Nenad Živković

Vertieft wurden die Referate in Diskussionsrunden, die sich lebhaft und facettenreich gestalteten. Dazu trugen die weiteren Teilnehmer am Kolloquium wesentlich bei, unter Ihnen Frau Prof. Dr. Katrin Boeckh (Leipniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg), der Dekan der theologischen Fakultät der Universität Regensburg, Prof. Dr. Klaus Unterburger, der Direktor des Ostkirchlichen Instituts an der Universität Würzburg, PD Dr. Thomas Németh und der Direktor des Akademischen Forums Albertus Magnus, Prof. Dr. Sigmund Bonk.
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linkes Bild: v.l.n.r.: Dr. Irena Zeltner-Pavlović, Prof. Dr. Rade Kisić, Prof. Dr. Klaus Buchenau
rechtes Bild: v.l.n.r.: Prof. Dr. Zdravko Jovanović, Dragiša Jerkić, Prof. Dr. Srboljub Ubiparipović, PD Dr. Thomas Németh

In Summe der verschiedenen Beiträge entstand ein sehr lebendiges Bild der Serbischen Orthodoxen Kirche in ihrer jüngsten Entwicklung und in den Herausforderungen durch den auch in Serbien fortschreitenden gesellschaftlichen Wandel.

Besuch in Bulgarien (18.-23.04.18) - Kontaktpflege und Planungen für 2019

Bei einem mehrtägigen Besuch des Direktors des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg, P. Dr. habil. Dietmar Schon o.p., standen die Stärkung bestehender Kontakte und das Bemühen um neue Querverbindungen zwischen dem Institut und verschiedenen Persönlichkeiten bzw. Institutionen der Bulgarischen Orthodoxen Kirche im Vordergrund. Den Anfang bildete ein Gastvortrag in der orthodoxen theologischen Fakultät von Sofia, der im Zeichen wissenschaftlichen Austauschs zwischen Ost und West stand, die bisherigen Begegnungen mit Professoren und Studenten vertiefte und zugleich einen günstigen Rahmen für Gespräche und neue Kontakte bot.Zuhörer Fakultät Sofia 18.04.18Schon Fakultät 18.04.18

 

 

 

 

 

Gastvortrag in der Fakultät für orthodoxe Theologie                                 Blick ins Auditorium

Auf Vermittlung von Prof. Andonov wurde P. Schon Andonov Polykarp 19.04.18anstelle des erkrankten Patriarchen Neofit vom Chorbischof der Metropolie Sofia, Polykarp, zu einem Gespräch empfangen. Bei dieser Gelegenheit konnten Konzeption und Zielsetzung des Ostkircheninstituts einem kürzlich geweihten Hierarchen der bulgarischen Kirche vermittelt und das Projekt einer Zusammenarbeit im Bereich „soziale Dienste der Kirche“ vorgestellt werden.
Patriarchatsverwaltung Sofia

             Begegnung mit Chorbischof Polykarp;

v.r.n.l.: Prof. Andonov, P. Dr. Schon, Chorbischof Polykarp, Vater Angel Angelov

 

Gebäude der Patriarchatsverwaltung in Sofia

Von Sofia führte der Weg zum Kloster Troyan, einem wichtigen geistlichen Zentrum der bulgarischen Kirche. Durch Teilnehmer an der im Oktober letzten Jahres durchgeführten Regensburger Studienwoche bereits bestens informiert, erklärte sich der Abt des Klosters, Bischof Sionij spontan bereit, eine geplante Folgeveranstaltung im Kloster Troyan durchzuführen; damit die Thematik „soziale Dienste der Kirche“ die ganze Breitbreite von entsprechenden Aktivitäten der Bulgarischen Orthodoxen Kirche widerspiegeln könne, empfahl er zudem, der hl. Synode eine Projektskizze zu präsentieren, um durch gute Information die wünschenswerte Breite an Beteiligung zu fördern.
Kloster Troyan          Andonov Sionij

Bild links: Kloster Troyan, Nordflügel des Konventsgebäudes 
Bild rechts: Begegnung in Troyan; v.l.n.r.: Prof. Andonov, Abt Bischof Sionij, P. Dr. Schon
Klosterkirche Troyan InneresKlosterkirche Troyan Fresken

Inneres der Klosterkirche von Troyan

Freskenschmuck der Kirche

Von Troyan führte der Weg über einen Gebirgspass von großer landschaftlicher Schönheit in die oberthrakische Ebene nach Stara Zagora. Vermittelt durch Vater Michael, einem weiteren Teilnehmer an der Regensburger Studienwoche empfing Metropolit Kiprian Prof. Andonov und P. Dietmar Schon zu einem Gespräch. Er interessierte sich intensiv für die Aufgabenstellung des Ostkircheninstituts und kündigte seine Unterstützung bzw. Beteiligung an dem geplanten Folgeprojekt im Jahr 2019 an. Ein erneuter Besuch im Kloster Bačkovo, gelegen in einer malerischen Schlucht des Rhodopengebirges im Süden Bulgariens, diente der Festigung einer bereits bestehenden Querverbindung.

Andonov KiprianKlosterkirche Bakcovo

Begegnung mit Metropolit Kiprian (Mitte) - Klosterkirche von Bačkovo

Zurückgekehrt nach Sofia blieb noch ein Moschee Sofiawenig Zeit, um im Rahmen einer Stadterkundung tiefere Eindrücke von der bewegten Geschichte Bulgariens zu sammeln, die sich in Ausgrabungen von Resten der römischen Stadt Serdika, in Gebäuden aus der mehrhundertjährigen osmanischen Periode sowie in Kirchen älterer und neuerer Zeit geradezu symbolisch spiegelt.

Moschee von Sofia, 16. Jh.

Sophienkirche, 6. Jh./ renov. 2013; Sofienkirchedarunter finden sich Ausgrabungen mehrerer Vorgängerbauten bis zurück in frühchristliche Zeit
   
Einmal mehr sei Prof. Bojidar Andonov herzlich gedankt, dessen Engagement nicht nur Zugänge zur aktuellen Situation der Bulgarischen Orthodoxen Kirche eröffnet, sondern auch die Perspektive für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Ostkircheninstitut nachhaltig gefördert hat.

Fotos: P. Dr. Dietmar Schon OP

 

Treffen des ostkirchlich-katholischen Gesprächskreises 16.04.18

Das jüngste Treffen des ostkirchlich-katholischen Gesprächskreises war einer Beschäftigung mit dem Brief der orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland an die Jugend vom 12. Dezember 2017 gewidmet (vgl. http://www.obkd.de/Texte/Brief%20OBKD%20an%20die%20Jugend.pdf). Mit diesem Dokument haben die orthodoxen Bischöfe ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt, da es sich entgegen der üblichen Praxis von Botschaften zu den hohen Kirchenfesten diesmal an eine bestimmte Zielgruppe, nämlich junge Menschen, richtet. Der Grundzug des Textes, der als eine Einladung zum Nachdenken und zu pastoralem Gespräch gestaltet ist, erschien bemerkenswert. Zentrale Themen zu Liebe, Sexualität, Familie und Ehe sind jeweils in kurzen Abschnitten abgehandelt. Dabei wird auf Ausgrenzungen und Verurteilungen verzichtet; vielmehr steht ein sehr ansprechender Aufruf im Mittelpunkt, das Menschenbild des orthodoxen Glaubens zu vertreten und vor allem zu leben.
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