Gastvorlesung, Begegnungen und Gespräche in Belgrad 26.-29.10.17

Auf Einladung der Orthodoxen-Theologischen Fakultät der Universität Belgrad hielt der Direktor des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg, Dr. habil. Dietmar Schon o.p., am 26.10.17 eine Gastvorlesung zum Thema „Die Orthodoxie im Dialog mit dem Islam - ein vergleichender Überblick zu Themen, Methoden und Ergebnissen“. Das Interesse an dieser interreligiösen Thematik war groß, gehört doch die Serbische Orthodoxe Kirche zu den Protagonisten der entsprechenden Bemühungen in der Orthodoxie. Zu den Zuhörern bei der Vorlesung zählte - neben Professoren und Studenten der Fakultät - auch der Mufti von Serbien, Abdullah Numan. Er stand darüber hinaus zu einer Begegnung im kleinen Kreis und für einen Gedankenaustausch zur Verfügung; für den Gast aus Deutschland zeigte der vertraute Umgang der Beteiligten und die herzliche Atmosphäre, dass religionsübergreifender Austausch in Serbien längst zur guten Gewohnheit geworden ist, zweifellos eine Frucht gelingenden interreligiösen Dialogs. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Wege, wie die Dialogergebnisse noch besser einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden könnten, auch das ein gemeinsames Anliegen der orthodoxen und muslimischen Gesprächspartner.

Gastvorlesung 10 17Mufti Begung 10 17

Gastvorlesung an der Fakultät für orthodoxe Theologie     Begegnung mit dem Mufti von Serbien, Abdullah Numan, und Professoren der Fakultät

 Der folgende Tag war dem Gedächtnis der hl. Petka, einer in Serbien hochverehrten Märtyrerin des 4. Jhd., gewidmet. Er wurde in der Universitätskirche mit einer feierlichen Liturgie begangen, an der auch P. Schon als Gast teilnahm. Für den Nachmittag hatte der katholische Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hočevar, zu einem Gespräch eingeladen. Erzbischof Hočevar interessierte sich intensiv für die Neukonzeption und die Ziele des Ostkircheninstituts; daneben standen Perspektiven der künftigen Zusammenarbeit zwischen Institut und orthodoxer Fakultät im Mittelpunkt des Gesprächs. Der Erzbischof bot großzügig seine Unterstützung bei der Durchführung künftiger Projekte in Serbien an.

Fakultätsgebäude Orth.Theol. BelgradHocevar Erzbischof Belgrad

 

 

 

 

 

 

 

Gebäude der Fakultät für orthodoxe Theologie


Begegnung mit dem katholischen Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hočevar

In weiteren Gesprächen mit dem Professorenkollegium wurden Anknüpfungspunkte für eine weitere Kooperation zwischen dem Regensburger Ostkircheninstitut und der Belgrader Fakultät evaluiert. Erstes Projekt sollen zwei Fachkolloquien werden, mit denen jüngste Entwicklungen in der Serbischen Orthodoxen Kirche analysiert und zusammengetragen werden sollen. Während der Balkan und speziell Serbien noch vor wenigen Jahren intensive Aufmerksamkeit in der westlichen Öffentlichkeit gefunden hat, verlagerte sich angesichts der jüngsten Krisen und Auseinandersetzungen in der Ukraine und Russland das öffentliche Interesse dorthin; nunmehr soll ein kleiner Beitrag geleistet werden, die bemerkenswerten Leistungen der Serbischen Orthodoxen Kirche und ihrer akademischen Institutionen angesichts eines sich spürbar wandelnden gesellschaftlichen und religiösen Klimas in Serbien erneut zu fokussieren.

Kathedrale St. Sava

Fresko St. Sava

Die noch im Bau befindliche Kathedrale des hl. Sava   Fresko in der Unterkirche von St. Sava

Der letzte Tag des Aufenthalts war einer Besichtigung herausragender Orte Belgrads gewidmet, u.a. der orthodoxen Kathedrale, der Kirche der hl. Petka im Bereich der historischen Festung Kalemagdan, einer Moschee des 16. Jh. und - nicht zuletzt - einer noch im Bau befindlichen monumentalen neuen Kathedrale und den Fresken in ihrer bereits benutzbaren Unterkirche. Als kleinen Ausdruck des Dankes für die Einladung, für eine geradezu überwältigende Gastfreundschaft und für die vielen intensiven Eindrücke des Aufenthalts in Belgrad überreichte Dr. Schon ein Exemplar seines Buches zum Thema der Gastvorlesung für die Fakultätsbibliothek.

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