Sommersemester 2017

(1) Seminar Theologische Fakultät

Bagdad - Peking - Indien: Die „Kirche des Ostens“ trägt das Evangelium nach Asien

Als die Portugiesen Ende des 15. Jh. nach Indien vorstießen, fanden sie dort ein Christentum vor, das sich auf den Apostel Thomas berief. Bereits Ende des 7. Jh. hatte der chinesische Kaiser einem syrischen Kloster unweit der Hauptstadt seinen Schutz zugesichert. Hinter diesen Zeugnissen steht dieselbe Kirche syrischer Tradition: die „Apostolische Kirche des Ostens“. Entstanden außerhalb des römischen Reichs, häufigen Verfolgungen ausgesetzt und von der Reichskirche ausgegrenzt, verkündeten Angehörige dieser Kirche den christlichen Glauben bis nach China und Indien. Im 16. Jh. ging ein Teil der Kirche nach inneren Schwierigkeiten eine Union mit Rom ein; die „Chaldäer“, wie sie sich selbst nennen, sind bis heute die größte christliche Kirche des Irak. Aktuell tragen neben den Thomaschristen Indiens Angehörige der Kirche des Ostens im Irak und in den USA die einzigartige Tradition dieser Kirche weiter.

Ziel des Seminars ist eine „Entdeckungsreise“ zu geschichtlichen Brennpunkten der Apostolischen Kirche des Ostens, ihren prägenden Persönlichkeiten, ihren inneren Strukturen sowie zu ihren herausragenden theologischen und kulturellen Leistungen.



(2) Proseminar phil. Fakultät/ Geschichte Südosteuropas

Der Beitrag der Kirchen zur Identitätsbildung von Kulturen und Völkern - das Beispiel Armeniens und Georgiens


Alle Ostkirchen nehmen in Anspruch, eine prägende Rolle bei der Herausbildung spezifischer Kulturen gespielt und das Bewusstsein, einem bestimmten Volk zugehörig zu sein, geprägt zu haben. Aus dieser historischen, Identität stiftenden bzw. erhaltenden Leistung leiten die Kirchen eine Berechtigung, ja Notwendigkeit ab, auch in modernen Staat bzw. in sich verändernden Gesellschaften eine besondere Rolle zu übernehmen; nur so könnten sie weiterhin als Garanten kultureller Kontinuität und als verbindendes Element im Volk wirken.

Ziel des Proseminars/ der Übung ist, am Beispiel Armeniens und Georgiens wichtige historische Etappen einer Entstehung und Entwicklung von „Identität“ nachzuvollziehen. Welche Elemente bestimmen sie? Haben die vorherrschenden Kirchen der Region tatsächlich die behauptete Rolle gespielt? Wie verhalten sich Anspruch und Wirklichkeit im heutigen Armenien bzw. Georgien zur jeweiligen geschichtlichen Erfahrung?
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