SoSe 2019

Übung Lehrstuhl Geschichte Osteuropas (phil. Fakultät)


Imperien und ihre Religionspolitik - Variationen zwischen Sakralisierung politischer Macht, Instrumentalisierung von Religion und Verfolgung


Imperien sind gekennzeichnet von einer Konzentration politischer, wirtschaftlicher und militärischer Macht. Quer durch die Geschichte haben sich die Inhaber solcher Macht veranlasst gesehen, ihre Stellung gegenüber einem in anderer Weise mächtigen Faktor in ihren Reichen zu definieren: dem der Religion. Die dabei entwickelten Lösungen variieren zwischen religiös konnotierter Überhöhung der eigenen Macht, dem „Einbau“ von Religionsgemeinschaften in das eigene Herrschaftssystem oder dem Versuch, eine Konkurrenz durch Religionsgemeinschaften mittels deren Marginalisierung oder Verfolgung auszuschalten.
Im Rahmen der Übung sollen anhand von Stichproben die Methoden und Begründungen solcher imperialer Religionspolitik in verschiedenen Herrschaftsgebieten des ost- und südosteuropäischen Raums analysiert und verglichen werden: im byzantinischen Reich, im osmanischen Reich, im Zaren- und im Sowjetimperium. Objekt staatlicher Religionspolitik in ihnen waren christlicherseits vor allem die orthodoxe Kirche oder aber der Islam. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der politischen Behandlung dieser Religionsgemeinschaften oder zeigen sich Unterschiede? Wie haben sie sich im Licht der jeweiligen Religionspolitik entwickelt oder verändert? Zur Klärung dieser Fragen kann ein noch weiträumigerer Vergleich beitragen: mit dem Omajjaden- bzw. Abassidenreich, zwei Imperien des nahöstlichen Raums, in denen dieselben Religionsgemeinschaften präsent waren und die Machthaber ebenfalls zu einer Positionierung veranlassten

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